Das Fichtelgebirge war im Mittelalter von Eisenindustrie geprägt. Die Renn- und Hochöfen wurden mit heimischer Holzkohle ein geschürt.
Im mittelalterlichen Rennprozess wurde für die Erzschmelzung von 1t Schmiedeeisen etwa 6t Holzkohle benötigt, die aus 30t Holz in stehenden Erdmeilern hergestellt wurde. Das mittelalterliche Silbereisen-Bergwerk "Gleißinger Fels" auf dem Wege von Fleckl nach Fichtelberg-Neubau erstreckt sich in den Hauptgebirgsstock des Ochsenkopfes und zieht das ganze Jahr über viele Besucher an. Für die Köhlerei wurden seinerzeit enorme Holzeinschläge getätigt, so dass Ausgangs des 18.Jahrhunderts die meisten Kuppen des Fichtelgebirges um den Ochsenkopf frei von Wald waren. Die Markgrafen von Ansbach-Bayreuth sahen sich deshalb genötigt, der befürchteten Holznot durch einen "Erlass von Regeln zur nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder" entgegenzuwirken.
Köhlerei Fichtelgebirge Fichtelberg.
Im Frühjahr 1995 wurde die Köhlerei im Fichtelgebirge durch Abbrennen eines Erdmeilers auf der Meilerstätte unweit der Bleamlalm bei Fichtelberg-Neubau wieder belebt. Seither ist die Köhlerei am Ochsenkopf wieder zur Tradition geworden und zum willkommenen Anlass für ein alljährlich im Sommer stattfindendes weit über die Region hinaus bekanntes Köhlerfest. Am schwelenden Kohlenmeiler wird die Herstellung von Holzkohle vor Ort sachkundig erklärt. Es werden auch die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten von Holzkohle vorgeführt, wie beispielsweise Bügeln mit dem Holzkohlebügeleisen, Löten von Kupfer- und Zinkblech, Herstellung von trögen und Holzdachrinnen, Waffelbacken mit alten Waffeleisen und natürlicher Holzschutz durch Verkohlung von Weide- und Zaunpfählen.
Natürlich wird die Selbsthergestellte Holzkohle auch zum zünftigen Grillen eingesetzt. Wer mag kann die Holzkohle auch kaufen und mit nach Hause nehmen.
Köhlerei Fichtelgebirge Fichtelberg Weitere Infos unter:
http://www.fichtelberg.de